Mit 4 Kindern durch Skandinavien

Mit einem alten VW LT35, Baujahr 2002 und ehemaliger Truppentransporter der Polizei starten wir im Juni 2022 in Rostock. In den Bus wurden vorher drei Liegeflächen und eine sehr kleine Küche eingebaut. Außerdem bekam er einen neuen Fußboden, Drehsitze, einen Dachträger und eine Leiter.

Beim Warten auf die Fähre nach Trelleborg im Überseehafen Rostock wirkt unser LT sehr klein neben den breiten Wohnmobilen, in denen die Anzahl der Reisenden deutlich niedriger aber das Durchschnittsalter deutlich höher liegt als bei uns. Dabei sollen in ihm die kommenden 8 Wochen 4 Kinder (6, 8, 12, 14 Jahre alt) und zwei Eltern leben.

SCHWEDEN

Nach der nächtlichen Ankunft in Schweden fahren wir auf der Strecke Richtung Ystad bis Beddingestrand, stellen uns direkt an den Strand und schlafen das erste Mal im Bus. Der Vollmond beoachtet das Chaos beim Bettenbauen um Mitternacht. Lege mich auf den Beifahrersitz und denke, wir haben zuviel Gepäck mit. Hier gibt es Hühnergötter wie Sand am Meer und Kormorane.

Nach zwei Stunden Fahrt entlang der Küste stehen wir bei Maglehem/Rigelejestrand auf einem Zeltplatz. Der weiße Sandstrand erscheint endlos. Das Wasser ist klar und hat 9°C. Wir testen das erste Mal das Dachzelt und den Kanonenofen.

Der Kanonenofen funktioniert ausgezeichnet, benötigt wenig Holz und ist schnell. Den Ruß am Topf sollte man jedoch nicht in der Spüle abwaschen, sondern besser mit Gras abwischen und alles, was nicht abgeht dranlassen.

Schlafen zwei Personen im Dachzelt, so mindert sich für die anderen vier das Sardinengefühl beim Schlafen im Bus. Das Dachzelt ist das preiswerteste Zweimann-Kuppelzelt, das ich finden konnte. Wir stellen es auf die Bootsbauplatte (2,5m x 1,6m), die auf dem Dachträger montiert ist.

Frühstück am Strand, baden, spielen, die beiden 10 Liter-Wassserkanister mit schwedischem Wasser füllen und 2 Stunden Autofahrt Richtung Kalmar nach Lindö. Hier gibt es ein kleines Naturreservat mit Felsen, Märchenwald, Vogelschutzhütte, Bunkern, Feuerstelle und Steinpilzen im Juni.

Nach der Wanderung kochen wir Reis mit Pilzen überm Feuer als plötzlich 4 Jungbullen neben uns stehen. Der Schreck ist bei den kleinen besonders groß. Wir bewaffnen uns mit Stöckern und nach einer Weile das Nachdenkens springen die Bullen davon.

Längere Fahrt nach Vallehorva an eine wunderschöne Badestelle am Gotemar-See. Die Blaubeeren sind zwar noch nicht reif, aber die Barsche beißen und es gibt einen Badesteg, einen Sprungturm und weißgraurosa Flechtenteppiche. Am nächsten Morgen baden und angeln bei Sonnenschein und 22°C.

Die mittlere Liegefläche ist zu tief. Wir fahren zum Baumarkt, kaufen zwei Kanthölzer und setzen sie 8 cm höher. So haben die darunter liegenden mehr Platz nach oben. Dann gehts weiter zum Stendörren-Naturreservat. Eine traumhafte kleine Insellandschaft mit Wegen und Brücken.

Zufällig ist gerade 50-jähriges Jubileum und es gibt ein kleines Volksfest mit Hamburgern, Heringsburgern, Jubileumstorte, Bühnenprogramm, Kajaktouren, Ausstellungen und Aktivitäten für Kinder. Das Naturum ist klein aber sehr schön. Den Hamburger am Stand zahlt man hier mit Karte. Ein gelassenes, ruhiges, familienfreundliches und gut organisiertes Fest. Wir fühlen uns sehr wohl.

Nach dem Fest und drei Stunden Autofahrt stehen wir auf dem Zeltplatz nahe des Fähranlegers in Kappelskär. Wir schlafen hier, um morgen rechtzeitig in die Finnlines nach Naantali einzuchecken.

Die Fährüberfahrt durch die Schären mit Zwischenstop in Langnäs, zwei ausgiebigen Büfettmahlzeiten und Fassbier auf dem Deck war eindrucksvoll. Sonnenschein und eine herrliche Aussicht.

Die KISS-Trucker, die die Bühnenutensilien der Band für den Auftritt am 20.Juni nach Helsinki fahren, erzählen mir, um welchen Betrag der Preis einer Gibson-Gitarre steigt, wenn ein Bandmitglied auf ihr unterschrieben hat.

Finnland

Die Suche nach einem geeigneten Stellplatz nach der Ankunft in Naantali ist nicht einfach. Wir finden jedoch nach längerem Herumirren einen Platz unterhalb der Stadt Rauma in Phyraanta.

Es wird immer klarer, warum der Bus so vollgestopft wirkt. Weil er vollgestopft ist. Mit Kinderbüchern, Kartons mit Gesellschaftsspielen, zusätzlichen Decken, Spielzeug, Schüsseln etc.. Das nimmt alles Platz weg, wird nicht gebraucht und führt dazu, dass man viel räumen muss. Bei der nächsten Reise wird weniger mitgenommen.

Am nächsten Tag fahren wir nach Rauma. Wir sehen uns das Weltkulturerbe an – lange Holzhäuserreihen auf Steinfundamenten. Einen Bäcker zum Frühstücken suchen wir vergeblich. Auf dem Markt gibt es Erdbeeren, Kartoffeln und eingelegte Gurken. Letztendlich landen wir auf dem Parkplatz eines Supermarktes und essen hier Frühstück.

Den Zeltplatz, der auf unserer Karte auf der Strecke nach Tampere eingezeichnet ist, gibt es nicht. Beim Eisessen treffen wir eine Schweizerin, die hier im Sommer lebt und eine Motoradgang. Nach längerer Suche finden wir einen schönen Platz am See in Vammala. Das Wasser strömt hier von See zu See. Beeindruckend. In der Grillkota grillen wir Schweinelachse und Gemüse und quatschen bis spät.

Es wird jetzt schon kaum dunkel. Die Mitternachtssonne rückt näher. Schlafe heute das erste Mal auf der obersten Liegefläche. Die Höhe genügt gerade zum Umdrehen. Die Schlafplätze wechseln.

Telefon und Fotoapparat laden wir an einer kleinen Batterie auf, die wir wiederum mit einem zusammenklappbaren Solarmodul aufladen oder am Zigarettenanzünder.

Als wir in Rantapirtti (Kievari Rantapirtti) auf dem Campingplatz ankommen, ist kein Mensch zu sehen. Wir finden dann doch den Platzwart, der uns erklärt, dass es seit gestern an Gnitzen und Mücken wimmelt. Er empfielt uns den Thermacell, den er selbst am Gürtel trägt. Ein mit Gas betriebener Giftzerstäuber, der Mücken fernhalten soll. Ich stehe mit kurzer Hose und Sandalen ohne Socken vor ihm und unterhalte mich. Die kommende Woche werde ich darunter leiden.

Wir mieten eine Blockhütte, weil wir mal anders schlafen wollen. Direkt am See mit Feuerstelle vor der Terasse. Herrlich, wenn die Mücken nicht wären. Dichte den Kamin mit einem Moskitonetz ab, doch sie kommen trotzdem rein. Wir kochen wieder überm Feuer, lassen die Kinder allein im Haus und gehen in die Rallye-Kneipe. Auf dem Campingpaltz sind wir die einzigen Gäste. In der Kneipe sitzt noch ein weiteres Pärchen.

Der Chef ist Musiker und Rallye-Spezialist. Wir unterhalten uns lange mit ihm. Jedes Rennen wird hier life gesehen. Es gibt einen riesigen Tisch mit den Pokalen vor einer Wand mit sämtlichen Fahrern und Gewinnern. Nach Eishockey ist Ralley der populärste Sport in Finnland.

Es gibt finnisches und NewYorker Bier vom Faß, schöne Bilder von Lilli Salminen und keine Mücken.

Wir sind alle zerstochen und haben kaum geschlafen. Fahren noch eine Runde Kanu auf dem schönen See. Man kann von hier aus ausgedehnte Kanu-Touren starten. Mitten auf dem See sind auch Mücken. Wir fahren dann doch, anders als geplant, weiter nach Jyväskyla.

In Lappland soll es noch mehr Mücken geben. Da wollen wir hin.

In Jyväskyla packen wir ein großes Paket mit Dingen, die wir nicht brauchen und schicken es für 60€ nach Deutschland. Wir sehen uns die Stadt und die Menschen an, essen Burger und Eis und fahren weiter Richtung Mikkeli.

Auf dem Weg kommen wir an einem wunderschönen doch geschlossenen Campingplatz vorbei und auch der nächste Campingplatz wirkt wie ausgestorben. Lediglich ein Wohnmobil kommt abends noch zu uns.

Der Platz liegt direkt am See, hat eine Sauna und einen Minigolf-Platz, wie viele Campingplätze hier. Doch sind die Minigolf-Plätze nicht gepflegt und wirken unbenutzt.

Vieles in Finnland scheint dem Verfall preisgegeben zu werden. Man baut etwas neues daneben, lässt jedoch das Alte stehen. Vielleicht liegt das auch an der Virus-Angst der letzten beiden Jahre.

Am kommenden Tag fahren wir weiter und kommen am Museum für mechanische Musik in Varkaus vorbei. Deutsche Ingenieurskunst brachte in der Vergangenheit kleine, große und riesige Musikmaschinen hervor, die hier ausgestellt sind. Grammophone, klingende Schrankwände und eine ausgesprochen informative und kurzweilige Führung vom Sohn des Gründers und einer jungen Finnin machen den Besuch zu einem nachhaltigen Erlebnis. Der Gründer Jürgen Kempf (1943-2019) hat auch gemalt und seine Bilder hängen hier zwischen den Instrumenten. Einen kleinen gerahmten Nachdruck kaufe ich als Deko fürs Auto.

In Ovari am Linnansaaren Nationalpark gefällt es uns nicht. Hier ist alles auf Tourismus ausgelegt. Man kann mit einem Schnellboot zu einer Insel fahren und die Saimaa-Robben beobachten. Im Hafen fahren schon viele Finnen in Erwartung des großen Mitsommerfestes mit ihren Motorbooten herum.

Wir sind müde, stellen uns einfach auf einen Stellplatz und trinken etwas in der Gaststätte.

Die Kinder machen bis jetzt die Autofahrten von 2-3 Stunden gut mit. Heute nacht schlafen drei Kinder im Dachzelt.

Es geht nun weiter ins kärgere Ost- und Nordfinnland.

Mitsommer verbringen wir im Kolovesi-Nationalpark. Für ausgedehnte Kanutouren wie geschaffen. Wir verweilen an einem schönen Steg. Baden, grillen, angeln, liegen rum. Vorher hatten wir versucht, eine zum Zelten geeignete Stelle zu finden. Dazu fuhren wir auf einem recht anspruchsvollen Waldweg, mussten eine umgestürzte Birke aus dem Weg sägen und kamen dann an eine sehr naturnahe, aber nicht zum Zelten geeignete Stelle. Kehrten also wieder um.

Ich unterhalte mich am Abend mit einem jungen Finnen und frage ihn unter anderem nach seinem Verhältnis zu Russland. Als Menschen mag er die Russen, als Nation eher nicht. Das liegt sicher auch an der finnischen Geschichte.

Er empfielt mir die Rettki-Karta für die Suche nach Plätzen zum Übernachten. Öffentliche Saunen sind dort ebenfalls verzeichnet.

Nach bestimmt 2 Stunden, es ist bereits Mitternacht, steigt er in sein Kajak und fährt los. Er will die Nacht durchpaddeln und am Tag schlafen.

Wir schlafen alle 6 im Bus.

Ein Schwalbenschwanz begrüßt uns am Morgen auf dem Steg. Baden und weiter gehts zum Koli-Nationalpark.

Auf dem Weg kommen wir an einer Rally-Strecke vorbei. Alte Käfer ragen aus der Erde. Wir fahren zum Zeltplatz direkt am Pielinen-See und stellen uns zwischen die Kiefern. 28°C und Sonne pur. Wir baden und kochen. Das Wasser ist recht kühl.

Am Horizont das Farbenspiel hinter dem riesigen See, die kleine Meerjungfrau, Musik und Stimmen aus der Ferne von einer Mitsommer-Party.

Ukka Koli, Akka Koli. Endlose Insellandschaft auf der einen Seite. Endlose Wälder auf der anderen. Das Nationalsymbol der Finnen. Hier muss jeder Finne einmal gewesen sein. Viele Künstler wurden durch die Aussicht inspiriert.

Wir fahren am Nachmittag weiter zum Eva Ryynänen-Museum nach Paateri. Da fehlen mir die Worte. Eine Künstlerin, eine Handwerkerin, die aus riesigen russischen Kiefernstämmen Schönheit erschaffen hat.

19:30 Uhr. Die Kinder baden in der Sonne an der Badestelle in Vuonislahti. Wir fahren noch 2 Stunden nach Norden.

Dann stehen wir im Naturreservat Jonkeri nahe der Grenze zu Russland.

Hier (Jonkerin Lähtöpaikka) gibt es eine Grillkota, einen Unterstand mit Brennholz, Trockentoilette und zwei Schlafhütten. Die finnische Regierung schafft diese Plätze und hält sie instant. Die Finnen leben viel näher an der Natur als wir Deutsche gegenwärtig. Wir hatten früher auch mal ein andere Naturverständnis.

Der Jongunjo fließt hier aus dem Juurikkalahti und es gibt viele Barsche. Sie sind hier dunkler als bei uns. Fange für die Kinder einige Fische, die sie in Eimer setzen und wieder freilassen.

Die beiden großen schreien sich hier inmitten der Natur ab und zu mal an. Es gibt wieder viele Mücken, Gnitzen und Bremsen. Vielleicht kauf ich doch noch den Thermocell.

Schlafe am Feuer in der Grillkota. Die anderen schlafen im Bus. Am nächsten Morgen gibt es in Butter gebratene Barsche und wir schwimmen gegen die Strömung.

Hier könnte ich noch eine Nacht bleiben. Doch die anderen wollen weiter.

In Kuhmo kaufen wir im S-Markt zwei Dosenbier für3-4€ das Stück, Gemüse und Fleisch zum Abendbrot, einen Thermocell und natürlich Eis.

Im sehr informativen und kostenfreien Naturkundemuseum finden wir unser nächstes Reiseziel, Yli-Vuokki. Die Suche zieht sich jedoch etwas hin. Es ist nicht alles eindeutig oder teilweise auch gar nicht ausgeschildert. Nach einem Badezwischenstop am Kevättijärvi parken wir direkt vor einer offenen Kaminterasse, machen Feuer und kochen. Der Thermocell vertreibt tatsächlich sämtliche Mücken, zumindest heute.

Das Wasser stürzt hier tosend vom Saarijärvi zum Rantajärvi. Wir erkunden die Gegend und schlafen im Bus und im Dachzelt beim Rauschen des Wassers.

Wir besuchen das Winterkriegs-Museum und halten an einem Naturpfad neben der Straße mit zwei Aussichtstürmen. Hier treffen wir tatsächlich jemanden. Ein Pärchen aus Ungarn mit einem Hund und einem alten Kia-Transporter. Sie empfehlen uns Albanien für die nächste Reise.

Den größten Teil der Zeit fahren wir allein auf der Straße. Alle 20 km kommt mal ein Auto entgegen. Vereinzelt Fahrradfahrer. Wir fragen uns, wo sie denn mit dem Fahrrad hin fahren. Es gibt nur einzelne Gehöfte.

Die ersten Rentiere laufen auf der Straße.

Im Hossa-Nationalpark stellen wir uns auf den Platz Pitka Hoilua am See mit Sandstrand. Baden, Ruderboot fahren, kochen, angeln.

Dann gehts auf einen Rundweg mit Hängebrücke. Unsere erste längere Wanderung über Stock und Stein. Die Strecke ist mit 5 km angegeben, kommt uns aber doppelt so lang vor. Wir brauchen 5,5 Stunden. Es ist heiß und die Bremsen schwirren bevorzugt um die Köpfe der Kinder.

Danach sind wir müde, fahren nach Kuusamo und wollen etwas essen. Am liebsten etwas typisch Finnisches – so meine Idee. Es gibt aber nur Pizza oder Döner. Ich spreche eine Passantin an und sie empfielt uns ein Restaurant in Ruka, in dem es Rentierburger geben soll.

Kuusamo gefällt uns. Es fahren Minderjährige mit Trekkern herum und die Straßen sind geschmückt. Doch der Hunger treibt uns weiter. Die Passantin hat uns jedoch in ein Hotel-Restaurant eines Ski-Resorts geschickt. Das war nun alles andere als typisch finnisch. Es gab auch keine Rentierburger.

Wir aßen trotzdem für 140 € Hamburger. Meine Idee hatten wir also optimal umgesetzt.

Sogar noch nachts im Bus beschäftigt mich die Tatsache, wie der Versuch der Umsetzung einer Idee zum vollkommenen Gegenteil führen kann.

Im Oulanka-Nationalpark stellen wir uns auf einen Parkplatz neben den Stromschnellen des Oulankajoki. Beim morgendlichen Angeln am Fluß überquert eine Rentierfamilie direkt neben mir den Fluß. Angst vor Menschen scheint den vollkommen tiefenentspannten Tieren vollkommen fremd.

Am Parplatz stehen Kanus mit einer Telefonnummer drauf. Ich rufe an. 240 € für 2 Canadier mit Rücktransport für den Tag erscheinen mir zu viel, doch ich denke, das ist der normale Preis hier. Wir machen die sehr schöne Tour mit Stromschnellen und vielen Sandstränden zum Anlegen und Baden. Nur die beiden großen Kinder müssen sich mal wieder lautstark fetzen.

Es stellt sich heraus, dass der Preis viel zu hoch war. Der zweite Fehlgriff innerhalb kurzer Zeit. Was solls. Ab auf den Oulanke-Campingplatz, duschen und Nichtstun.

Es ist ungewöhnlich heiß hier oben. Ende Juni und dicht am Polarkreis. 27°C.

Wir kaufen in Kemijärvi ein, essen Pizza in einem Laden in dem auf Bildschirmen Videos von Fresswettbewerben laufen und baden an der Badestelle. Der Ort ist nördlich trist aber die zahlreichen Kinder, die mit Fahrädern zur Badestelle kommen, haben Spaß. Dann fahren wir nach Pyhäjärvi in der Nähe vom Pyhä-Ski Resort und schlafen das erste Mal im Baumwollzelt. Das Zelt ist absolut mückenfrei im Gegensatz zum Bus und es würden noch zwei weitere Personen hineinpassen.

Das kleine Naturmuseum mit einheimischen Tieren und Bildern des samischen Künstlers Andreas Alariesta und das Goldmuseum in Tankavaara sind sehenswert. Die Goldsuche der Massen von damals ist vielleicht vergleichbar mit dem Profitstreben der Massen von heute.

Unendliche Berg-Wald-Landschaft am Aussichtspunkt Kaunispäa. Dann 40 km Schotterpiste in den Urho-Nationalpark. Eine Herausforderung. Auf der Fahrt entsteht etwas Angst bei Frau und Kindern vor Bären und dem Alleinsein in der Wildnis, doch am Ende der Strecke am Aittajärvi stehen tatsächlich einige Autos.

Die Finnen gehen über mehrere Tage in den Wald. Wir treffen eine Mutter mit ihrer Tochter, die mit Zelt und Outdoor-Ausrüstung unterwegs sind.

Wir kochen Fleisch mit Kartoffeln und schlafen bei Gewitter mit zahlreichen Mücken im Auto. Irgendwo kommen sie hinein.

Zum Frühstück gibt es nach dem Baden gegrillte Äsche aus dem Suomujoki. Die erste geangelte Äsche meines Lebens.

In Inari kaufen wir ein, fahren weiter auf der 971 Richtung norwegische Grenze und stellen uns an einen glasklaren See mit schlammigem Grund direkt neben der Straße. Die Bremsen und Mücken quälen trotz Thermocell. Wir kochen und wollen am nächsten Tag über die Grenze und ans Meer. Auch in der Hoffnung, die Insekten los zu werden.

NORWEGEN

Wir fahren nach Hamningberg auf die Varanger-Halbinsel. Viel Strecke. Kurz hinter der Grenze bei Neiden springen die Lachse die Stromschnellen hinauf. Rentierherden und Schafe laufen auf der Straße. Von Vardo bis Hamningberg ist sie einspurig. Es liegt Schnee an den Hängen. Die Muscheln sind hier besonders groß. Das Wetter wird wechselhafter. Als wir in Hamningberg ankommen ist es trüb und am nächsten Morgen nieselt es. Hier stehen 6 weitere Wohnmobile. Im Ort steht eine Rentierherde.

Lange Strände, Ebbe und Flut, sehr viel Müll. Plaste, Fischernetze, Glühbirnen, Holz, Seeigel, Schnecken, Steine. Mal Nebel, mal Sonne.

Der geschnitzte Eichenkochlöffel ist wieder da, dafür fehlt jetzt die Fußmatte. Die Kinder haben von den Bremsenbissen geschwollene Lymphknoten hinter den Ohren. Bremsen gibt es hier nicht und kaum Mücken.

Wir fahren die bisher längste Tour von Hamningberg nach Berlevag. Beim Angeln zwischendurch werde ich von einer Anglerin angesprochen. Man darf hier nur unter strengsten Auflagen angeln. Mit desinfizierter Fliegenrute und spezieller Fliege und recht teurer Erlaubnis.

Zwischenstopp in Vardo und Varso. In Vardo besichtigen wir die Festung Vardøhus. Die Möwen brüten am Hafen. Die Häuser sind nordisch karg. Es gibt hier außerdem die Skulptur Drakkar Leviathan und ein Hexenmahnmal.

In Varso kaufen wir gesunde Nahrungsmittel zum Mittag und bummeln durch die kleine Stadt.

Die Fahrt ist beeindruckend. Karge Bergmassive, Flüsse, Meer. Die Kinder schlafen irgendwann im Auto ein und wir stellen uns kurz vor Berlevag bei Kjølnes neben die Straße.

Es bleibt die Nacht hell und sonnig. Zum Frühstück gibt es Fischklopse. Es gibt sie in jedem Supermarkt in verschiedenen Sorten. Die Kinder sind zwar nicht begeistert, aber sie essen sie.

Wir klettern auf den Berg gegenüber und fahren dann ins Hafenmuseum in Berlevag. Die beiden Jugendlichen, die das Museum betreuen zeigen uns den Film, der die Bemühungen der Bewohner zeigt, hier einen halbwegs ruhigen Hafen anzulegen. Die Winterstürme haben bisher alle Hafenbefestigungen zerstört. Der letzte Bau aus Tetrapoden hält bisher und die Bewoner sind stolz darauf. Wir bekommen hier sogar Gratis-Kuchen zum Film.

Dann wird für 2,71€ pro Liter Diesel vollgetankt und weiter gehts auf den Campingplatz Syltefjorden Farmen. Hier gibt es Rentiersuppe, Riesenkrabben, Kuchen und Dosenbier in einer großen, sehr schön eingerichteten Kneipe.

Wir schlafen im Zelt. Die Mücken und Gnitzen sind wieder da.

In Batsfjord, dem größten Umschlagsplatz für Fisch in ganz Norwegen gibt es zwar keinen Fischladen, doch einen kleinen Baumarkt. Wir kaufen eine neue Lampe für den Scheinwerfer vorn und im K-Markt ein.

Fahren weiter an den Laksefjorden kurz hinter Lebesby. Sammeln Holz und kochen getrockneten Dorsch mit Kartoffeln. Das ist hier eine Spezialität. Uns ist er etwas zu salzig.

Zelt, Mitternachtssonne, Weite, Inseln, Windstille. Nachts verschwindet der Wind und es ist wärmer als am Tag.

Hier gibt es einen kleinen Wanderweg hinab zum Fjord und über die Felsen. Die Kinder sagen zwar, sie wollen nicht wandern, aber wenn sie dann dabei sind, klettern sie begeistert die schwierigsten Steige hinauf und hinab.

Fange vom Felsen bei starker Brandung einige kleine Navagas und reiße mir zwei Pilker ab.

Stehen in karger Landschaft am Prosangerfjord bei Kroken. Geschützgräben, Bunkerreste, Rentierskelette. Wir treffen einen Schwaben, der schon seit April unterwegs ist und jede Sackgasse mitnimmt. Am Nordkap stehen etliche Busse, berichtet er. Da wollen wir nicht hin. Die Tourismus-Gebiete umfahren wir.

Königskrabben fängt man mit Makrele am Drillingshaken, ab 4 m Wassertiefe.

Treibholz am Strand gesucht, Nudeln gekocht. Sitzen am Feuer. Mitternachtssonne. Der Tag war regnerisch bei 9°C. Der Wind hat sich gelegt. Der Kopf ist leer.

Alle liegen im Zelt. Erzählen und lachen.

Den Rentierschädel legen wir vorn ins Auto. Er begleitet uns die restliche Fahrt.

Fahren weiter Richtung Hammerfest. Auf dem Weg machen wir Halt im Stabbursdalen Nationalpark und besuchen das Naturhus. Eine sehr schöne Ausstellung der hier lebenden Tierarten und historischen Lebensweise. Fahren von dort ein Stück Schotterpiste in den Nationalpark hinein und gehen einen Wanderweg bis zur Hängebrücke.

Stehen an der Straße nach Suraby am Vargesund. Heute morgen zogen Schweinswale vorbei. Gegenüber die Insel Seiland.

Waschen und Wasser holen beim Wasserfall.

Trotz kühlerer Witterung hier am Meer gibt es zahlreiche Bremsen, die die wunderbare Aussicht etwas trüben. Aber wir haben uns schon an sie gewöhnt.

An der Straße gibt es eine sehr gute Angelstelle mit Strömung. Fange Dorsche und Seelachse. Ein Finne steht hier mit einem alten VW LT1 und beobachtet mich beim angeln.

Fahren weiter nach Alta, bummeln die kleine Bummelmeile entlang. Auf der Strecke kaufen wir ein großes Rentierfell bei einem Samen. Es haart natürlich. Aber trotzdem möchte jede Nacht ein anderes Kind auf ihm schlafen. Das Rentier-Trockenfleisch ist nicht so mein Fall. Das tiefgerorene aus dem Supermarkt ist besser.

Stehen am Jokelfjorden in der Nähe des Glaciers mit Blick auf die Kunangstinden.

Machen auf einer Anhöhe Rast. Hier stehen viele Wohnmobile wegen der Aussicht. Erstaunlich viele Fahrradfahrer sind unterwegs. Trotz der starken und langen Steigungen. Ein bayerischer Asiate erzählt mir, dass er bis ganz nach oben fährt, dann mit den Hurtigruten zurück bis Tromsø und dann mit dem Flieger zurück nach Deutschland. Sein Zelt stellt er vor den Rastplatz.

Fahren mit der Fähre von Olderdalen nach Lyngseidet und weiter nach Svensby. Endlich stehen wir mal wieder auf einem Campingplatz mit Dusche, Küche und ohne Mücken.

Hamburger zum Abendbrot. Neben uns stellen sich abends zwei deutsche Rentnerpärrchen.

Die Sonne strhlt die Berggipfel an.

Heute gehts mal früher ins Bett. 23:30 Uhr. Der Tagesrrythmus hat sich mit dem Fortschreiten der Reise immer mehr verschoben. Wir nehmen uns vor, wieder früher zu Bett zu gehen und früher aufzustehen.

Es gibt hier ein kleines Museum. Das Wasser ist eisig, aber wir baden kurz.

Es gibt zahlreiche Wanderwege (Lyngsalpan maisemansuojelvalve). Wir wählen den Weg zum Blaisvatnet. Er führt 4,2 km über Stock und Stein, erscheint uns jedoch wesentlich länger. Wir sind von 12:15 – 19:30 unterwegs. Mit Rückweg und Pause.

Es ist meditativ, von Stein zu Stein zu gehen und mir fallen zwei neue Strophen zum Friedenslied für das neue Kabarett-Programm des Kabaretts KaHROtte ein.

Das Wasser ist leuchtend hellblau. Der See wird vom gut sichtbaren Gletscher gespeist. Wir baden im eisigen Wasser. Der Gesichtsausdruck verändert sich sofort nach dem Eintauchen in einen panikartigen und hilfesuchenden und man strebt wieder aus dem Wasser hinaus. Einige hastige Schwimmzüge sind aber möglich.

Eine nicht so angenehme Nacht verbringen wir in Tromsø. Wir stellen uns einfach auf einen Parkplatz neben das Polaria am Hafen. Die Nacht ist zwar ruhig, aber das städtische Umfeld gefällt uns nicht und steht in starkem Kontrast zu unseren bisherigen naturnahen Schlafplätzen. Um 7:00 Uhr morgens fahren wir weiter hoch in die Stadt und picknicken auf einer Wiese. Dann Stadtbummel mit Hamburgern, Crossaints, Museum, Kaffee und dem Kauf von Wollsocken. Das Kunstmuseum ist zum großen Teil enttäuschend. Die Innenstadt ist touristisch geprägt.

Wir fahren weiter zur Fähre und auf die Insel Senja.

Die Küstenstraße ist gesperrt, wir fahren unten rum und dann von der Westseite an die Küste. Hier gibt es Buchten mit Sandstrand.

Stellen unser Zelt direkt an den Strand zwischen Bergmassiven nördlich von Skaland.

Kaum Wind. Feuer. Kartoffelsuppe. Dünung.

Aber die Wolken quellen langsam aber sicher über die Bergspitzen.

Die Nacht im Zelt am Meer ist schön. Alle schlafen lange.

Nieselregen am Morgen. Wir frühstücken draußen, installieren Wäscheleinen im Bus und fahren zur Fähre GryllefjordAndenes. Stellen uns in die Autoschlange. Auf die 15 Uhr-Fähre passen wir nicht mehr. Kaufe ein Vorfach mit 10 Haken und fange im Hafenbecken einige der dort jagenden Makrelen.

Auf dem recht touristischen Zeltplatz in Bleik nutze ich die kleine Küche um sie abends zu braten. Es regnet. Die Wolken hängen tief.

Die Gegend wirkt im Grau der Wolken weniger schön, als sie ist.

Wir schlafen nach längerer Zeit mal wieder alle im Bus.

Besuchen das Andøya Space – Museum. Von hier aus starten Raketen ins Weltall. Es gibt unterschiedliche Angebote, auch geführte Touren. Die Kinder pasteln Raketen und lassen sie über eine Abschussrampe fliegen.

Fahren nach Lodingen und mit der Fähre nach Bognes. Herr Wuff, ein Hund mit zugehörigem Herrchen fährt auch mit. Die Kinder schließen ihn so ins Herz, dass es Tränen gibt als sie sich von ihm trennen müssen. Dann weiter zum Sagvassdalen Naturreservat. Eine von Touristen kaum besuchte Gegend. Hier gibt es Moltebeeren und viele Seen.

Das regnerische Wetter hält sich. Wir fahren zum Kjellingstraumen FjordCamp und bleiben drei Tage. Hier hat sich der Besitzer verwirklicht. Es gibt eine Blockhausküche, eine Sauna, eine Grillkota, ein Boot ist mietbar. Er hat einen meist gut gelaunten südländischen Angestellten, der den Platz managed. Wir nutzen Sauna und Boot. Fangen Schellfische und Seelachse. Die leichte Rute meines Sohnes mit dem Makrelenvorfach zeigt plötzlich senkrecht nach unten. Nicht loslassen, nicht loslassen. Bis auf einen Haken reißen alle ab und an dem verbliebenen hängt ein dicker Seelachs. Man fängt hier auch Heibutt und Lachs.

Abends bin ich drei Stunden mit dem Braten der vielen Filets beschäftigt. Wir lernen eine norwegische Familie kennen, die mit Fahrrädern und ebenfalls 4 Kindern unterwegs sind.

Ein älterer Herr mit einem gelben Mercedes-Bus fährt seid Jahrzehnten hierher und zeigt mir sein Kajak mit Ausleger. Er ist fast 90 und fährt häufig zum Angeln auf den Fjord.

Nachts donnert es plötzlich extrem laut. Es folgen leisere Geräusche. Ein riesiger Felsbroken hat sich gelöst und ist den Berg runtergerauscht. Wir stehen in sicherer Entfernung.

Wir fahren zwischen Fykan-Tunnel und Svartisen-Tunnel den Weg hinauf Richtung Svartisen. Die Straße führt durch zwei unbeleuchtete Tunnel und die Kinder bekommen Angst. Man sieht halt das Ende des Tunnels nicht.

Es gibt hier oben riesige Stauseen neben karger unberührter Natur. Eine Schneewehe bedeckt mehr als die halbe Straße, doch wir kommen gerade so vorbei.

Bei Sonnenschein, 6°C und Windstille steigen wir am türkisblauen Storglomvatnet, Gletschersicht, Sonnenschein, relativ viel Schnee ins Zelt. Gegen 1:00 Uhr kommt Wind auf. Er wird zum Sturm, das Zelt flattert, ich geh raus und spanne die Leinen nach. Gegen 6:00 Uhr lege ich die Zeltstange lieber hin. Wir flüchten ins Auto und in den kleinen offenen Raum der Station.

Am nächsten Morgen legt sich der Sturm und wir gehen wandern in den Láhko Nationalpark. Die Seen sind am Rand gefroren. Wanderrouten sind durch auf Steine gemalte Symbole markiert und es gibt an Felsen angebrachte Kunst, vor allem Fotos.

Fahren nach der Wanderung zu einem Rastpaltz direkt am Meer vor Stokkvagen und braten um 23:30 Uhr Hamburger. Trübe Sicht, Nieselregen, 12°C. Wir flüchten vor dem Wetter auf die Insel Lovund mit der 15 Uhr-Fähre.

Stehen hier neben dem Gemeindeheim, kochen Nudeln und wandern ein Stück.

Am kommenden Tag kochen wir Grießbrei im Bus, wandern richtig, klettern, picknicken, angeln und beobachten die Papageientaucher und die Möwen, die scheinbar Jagd auf Lemminge machen. Die Sonne kommt raus.

Moltebeeren im Überfluss und die ersten Blaubeeren. Tausende lebende und einige tote Papageientaucher, die mit abgetrenntem Kopf am Boden liegen. Wir wissen nicht, wer sie tötet. Die Bergspitze der Insel steckt beständig in einer grauen Wolke unter der die Papageientaucher aufs offene Meer und zurück zu ihrer riesigen Brutkolonie fliegen.

Lovund ist auf der einen Seite ein Naturparadies und auf der anderen ein fischverarbeitendes Industriegebiet.

Wir treffen tatsächlich die Fahrrad-Familie vom Fjordcamp mit den 4 Kindern wieder. Sie zelten hier noch eine Nacht aber wir wollen abends weiter nach Træna. Die Fähre, auf die wir dann um 21:30 Uhr als einzige Gäste fahren, fährt jedoch nach Stokkvagen statt nach Træna. Naja, nächstes Mal und dann besuchen wir das Træna-Festival.

Fahren nur noch wenige Kilometer und stellen uns auf einen der hier sehr zahlreichen Stellplätze am Sjona-Fjord.

Besuchen die touristische Grønligrotta, kaufen in Mosjøen eine dicke Torte und essen sie am Laksfossen. Fahren dann durch ein herrliches Gebiet vorbei an Hängen und Fjorden. Der Svenningsdal-Campingplatz liegt direkt am Fluss. Wir lernen hier eine Schweitzer Familie kennen, bleiben eine Nacht und kochen Rentier aus dem Xtra-Markt mit Champignons.

Wieder nehmen wir ein touristisches Highlight mit. Torgatten. Wir steigen jedoch nicht den einfachen Weg hinauf, sondern nehmen der anspruchsvollen hintenrum. Das letzte Stück geht es extem steil hinauf. Die Kinder machen das mit links. Kann nur staunen, wie gut sie klettern können. Wir sind vorsichtig. Hinter jedem kleinen Kind geht ein Erwachsener. Oben angekommen haben wir einen herrlichen Ausblick aber das riesige Steintor sehen wir nicht, denn wir stehen oben drauf. Der Abstieg auf demselben Weg ist noch etwas anspruchsvoller.

Stehen hinter Vennesund an einer Bucht mit Strand. Sonne, baden, ausruhen.

F. hat eine Entzündung auf der Nase. Wir hoffen, das Salzwasser hilft.

Campingplatz bei Austafjord. Es regnet stark. Hinten tropft es in den Bus. Lege ein Handtuch unter. Die Dichtung der Bremsleuchte auf dem Dach muss undicht sein. Kaum Camper. Großer öffentlicher Raum direkt am Meer mit vielen Tischen und großer Küche. Draußen liegen Wal-Wirbelkörper. Es gibt sogar ein kleines Filetierhaus.

Wir treffen Deutsche. Unterhalten uns. Trinken Wein. Dann wird gesungen. Mit Mikrofon. Die Frau des Pärrchens singt eigene Kinderlieder und alte Hits. Sie ist eine richtige „Rampensau“ und hört gar nicht wieder auf. Den Kindern gefällts. Sie sind Paddler und empfehlen uns den Glaskogen-Nationalpark in Schweden zum paddeln.

Das Wetter bleibt wechselhaft. Sturm ist angesagt. Bleiben oder weiterfahren? Wir bleiben. 4 Nächte.

Fahren mit dem Motorboot, das uns der Campingplatzbesitzer leiht, durch die Schären und angeln. Lernen Karsten aus Bayern kennen und nehmen ihn mit. Fangen Dorsche und Makrelen. Es ist relativ flach hier, aber das Anglerpärrchen, dass seid 20 Jahren hier jährlich Urlaub macht, kennt die Stellen und schenkt uns filetierten Seelachs. Wenn das Wetter es zulässt, fahren sie vormittags bei Flut raus und sind nach 3 Stunden mit 2 Tuppen Fisch wieder da.

Bei Sturm und Regen sitzen wir drin, spielen, kochen, quatschen. Kaufen in Rørvik eine Salbe für die Nasenentzündung, Lebensmittel und Makrelenvorfächer.

Elche stehen hier häufig neben der Straße.

Fahren die 720 und die 715 Richtung Trondheim. Machen Halt und pflücken Blaubeeren und Pilze. Fahren in einen beschrankten Weg und finden noch mehr Pilze und Blaubeeren. Hier müssten wir eigentlich noch weiter fahren und übernachten. Nächstes Mal.

Übernachten eine Nacht auf dem Helmstadt-Campingplatz an der 17. Es ist relativ dunkel. Die Berge stehen vor der Abendsonne. Das Wasser ist braun und die Kuhglocken läuten die Nacht vom anderen Ufer.

Fahren die 755, nicht die E6 weiter. Streiten uns. Das Verhalten der Kinder kollidiert mit meinem Empfinden. Fühle mich allein für alles verantwortlich und stoße an die Grenzen. Machen Rast an einem See. Baden.

Sind am Fjærvika Badestrand bei Halsa. Windstille. Die Makrelen rauben und die Schweinswale kommen nah ans Ufer. Verzaubernde Atmosphäre.

Molde. Romsdal-Museum. Wir wandern auf den Aussichtspunkt. Blick über den Fjord. Berge, Inseln. Blaubeeren Pfifferlinge. R. färbt sich die Haare mit den Blaubeeren. Hier könnte man leben.

Fähre nach Vestnes 21:15 Uhr. Dann nach Stranda. Letzte Fähre 23:15 Uhr. Stardal ist schön anzusehen bei der nächtlichen Durchfahrt.

Stellplatz zwischen Berg und Bach etwa 10 km hinter Stranda auf der 60 nach Hellesylt. Regen die Nacht. Heute Sonne und Wolken. Pfifferlinge zum Frühstück.

Wasserfall Hellesylt. Fähre nach Geiranger. Jetzt sind wir voll drin im Tourismusgebiet. Fahren die recht anspruchsvolle Strecke auf den Dalsnibba Aussichtspunkt. Der Bus macht das gut mit. Die großen Touristenbusse quälen sich mit viel Mühe die Kurven hoch, runter und aneinander vorbei.

Fahren die 15 weiter über Lom und auf die 51. Hier oben machen viele Norweger Wanderurlaub. Wir stellen uns auf einen Rastplatz vor Breitostolen in 1400 m Höhe bei 1,5°C. Es ist mittlerweile August. Morgens mach ich die Standheizung an fürs Frühstück. Der Bus springt an, wenn auch sehr spät. Weitblick. Kargheit. Seen.

Fahren durch Dokka, Honefoss bis Lysskil. Stehen direkt an der Marina. Der Wind pfeift. Ich trete in Hundkacke. Kochen Nudeln mit Rotkappen. Duschen. Diskutieren.

Am nächsten Tag beginnt es zu regnen und hört nicht wieder auf. Wir kaufen ein und fahren weiter bis zum Tönnersa Naturreservat.

Die letzte Nacht schlafen wir am Strand unter freiem Himmel an der schwedischen Riviera.

ENDE